Wollten Sie schon immer Android-Apps nativ auf Ihrem Computer nutzen, ohne umständliche Emulatoren zu verwenden? Mit Remix OS im Dual-Boot-Modus neben Windows ist das möglich – die Einrichtung ist zwar manchmal etwas knifflig, aber sobald alles eingerichtet ist, genießen Sie ein überraschend flüssiges Android-Erlebnis direkt auf Ihrem Desktop. Dazu benötigen Sie die passende ISO-Datei, erstellen einen bootfähigen USB-Stick, richten eine separate Partition für Remix OS auf Ihrer Festplatte ein und installieren es anschließend. Es ist zwar nicht ganz so einfach wie Plug-and-Play, aber wenn es einmal funktioniert, fühlt sich der Wechsel zwischen Windows und Android beim Systemstart richtig flüssig an. Außerdem haben Sie vollen Zugriff auf Android-Apps, Spiele und sogar einige einfache Produktivitätsanwendungen direkt von Ihrem PC aus.
⤓ So installieren Sie Remix OS im Dual-Boot-Verfahren mit Windows
Laden Sie Remix OS und das USB-Erstellungstool herunter.
Dieser Teil ist etwas ungewöhnlich, aber… Sie benötigen die offizielle Remix OS ISO-Datei. Die letzte offizielle Version wurde zwar eingestellt, aber Sie können die Remix OS ISO-Datei noch finden. Achten Sie darauf, die PC-Version und nicht die mobile Version zu verwenden. Laden Sie sich außerdem ein Tool zum Erstellen bootfähiger USB-Sticks herunter, z. B.Rufus ( rufus.ie ) – es ist einfach und zuverlässig. Manchmal bootet Ihr USB-Stick selbst mit der richtigen ISO-Datei nicht, wenn Rufus nicht korrekt eingerichtet ist.Überprüfen Sie daher die Einstellungen, z. B.die GPT-Partitionsschema-Auswahl für UEFI-Systeme, falls Sie neuere Hardware verwenden.
Bereiten Sie Ihren USB-Stick vor.
Schließen Sie einen USB-Stick (8 GB oder größer, idealerweise USB 3.0 für höhere Geschwindigkeit) an. Starten Sie Rufus oder das von Ihnen gewählte Tool. Wählen Sie Ihr USB-Gerät und anschließend die Remix OS ISO-Datei als Quelle aus. Wählen Sie in Rufus das passende Partitionsschema – GPT oder MBR – entsprechend Ihrem BIOS/UEFI. Klicken Sie auf „Start“.Der Vorgang löscht alle Daten auf dem USB-Stick und macht ihn bootfähig für Remix OS. Stellen Sie sich vor, Sie verwandeln ein leeres Notizbuch in ein Lehrbuch für Ihr Android-Experiment.
Erstellen Sie eine Partition für Remix OS auf Ihrer Festplatte.
Diesen Schritt sollten Sie nicht überspringen – die Windows-Datenträgerverwaltung ist hier Ihr bester Freund. Suchen Sie im Startmenü nach „Datenträgerverwaltung“ oder führen Sie die entsprechende Befehlszeile aus diskmgmt.msc. Suchen Sie einen großen Bereich mit freiem oder nicht zugewiesenem Speicherplatz (mindestens 20 GB, besser mehr).Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine vorhandene Partition und wählen Sie „Volume verkleinern“ – dadurch wird Speicherplatz für Remix OS freigegeben. Es ist so ähnlich wie das Einrichten eines Zimmers in Ihrem Haus – es ist noch nicht bewohnt, aber Sie haben nun Platz für ein neues Gastbetriebssystem. Wenn Sie eine zusätzliche Festplatte haben, umso besser – die Installation darauf sorgt für mehr Ordnung und Sicherheit.
Vom USB-Laufwerk starten
Hier schlägt Murphys Gesetz meist zu, aber… starten Sie Ihren PC neu. Sobald er wieder hochgefahren ist, drücken Sie die Taste für die BIOS/UEFI-Einstellungen (z. B.F2, F12, Entf oder Esc – je nach System).Gehen Sie im BIOS/UEFI zum Bootmenü oder zur Bootreihenfolge und verschieben Sie Ihren USB-Stick an die erste Stelle. Speichern Sie die Einstellungen und beenden Sie das BIOS/UEFI. Ihr PC sollte nun versuchen, vom USB-Stick zu booten. Falls nicht, überprüfen Sie die Bootreihenfolge erneut oder deaktivieren Sie Secure Boot (Windows macht es einem da gerne mal schwer).Ziel ist es, den Remix OS-Installer vom USB-Stick zu starten und Windows vorerst zu umgehen.
Installieren Sie Remix OS auf der dafür vorgesehenen Partition
Sobald Remix OS vom USB-Stick geladen ist, sehen Sie Optionen wie „Gastmodus“ oder „Residentmodus“.Wählen Sie „Residentmodus“, wenn Sie eine vollständige Installation wünschen. Wählen Sie bei der Aufforderung zur Auswahl des Installationsortes sorgfältig die zuvor erstellte Partition aus. Bei manchen Installationen möchte das Installationsprogramm Ihre Windows-Hauptpartition nicht verändern.Überprüfen Sie daher Ihre Auswahl – die falsche Festplatte könnte Ihre Windows-Installation überschreiben. Das Installationsprogramm kopiert alle Systemdateien und richtet alles ein – dies kann einige Zeit dauern. Nach Abschluss der Installation startet Ihr PC neu und zeigt ein Bootmenü an, in dem Sie zwischen Windows und Remix OS wählen können. Jetzt wissen Sie, dass es funktioniert – Ihr PC ist nun bereit für den Dual-Boot-Betrieb.
💡 Tipps für einen reibungsloseren Dual-Boot
- Sichern Sie zuerst Ihre wichtigen Daten. Denn natürlich muss Windows es unnötig kompliziert machen.
- Prüfen Sie, ob Ihr PC UEFI- oder BIOS-Modus unterstützt und installieren Sie ihn entsprechend. Bei manchen Benutzern treten Startprobleme auf, wenn die Modi nicht übereinstimmen.
- Wenn Secure Boot aktiviert ist, kann es beim Booten vom USB-Stick zu Problemen kommen. Deaktivieren Sie Secure Boot daher am besten im BIOS, bevor Sie es erneut versuchen.
- Die Verwendung eines schnellen USB 3.0-Sticks macht den gesamten Vorgang schneller und weniger mühsam.
- Halten Sie die Windows-Wiederherstellungsmedien griffbereit, nur für den Fall, dass etwas schiefgeht – denn das kommt schon mal vor, insbesondere bei der Partitionierung.
Häufig gestellte Fragen
Wird Remix OS noch unterstützt?
Nicht wirklich – Remix OS wurde von Jide vor Jahren eingestellt, daher gibt es keine Updates oder Sicherheitspatches mehr. Die gängigen Versionen funktionieren aber noch, und zum Experimentieren ist es größtenteils ausreichend. Erwarten Sie nur keinen offiziellen Support oder Updates.
Kann es stattdessen in einer virtuellen Maschine ausgeführt werden?
Ja, die Installation in VirtualBox oder VMware ist eine risikoärmere Möglichkeit, es auszuprobieren. So bleibt Ihre Windows-Hauptinstallation unberührt, und Sie können sich einen Eindruck von der Leistung von Remix OS verschaffen, ohne ein Dual-Boot-System einzurichten. Wenn Sie jedoch die volle Hardwarebeschleunigung nutzen möchten, ist Dual-Boot die bessere Wahl. Zum Testen sind virtuelle Maschinen aber optimal.
Was bringt es, Remix OS im Dual-Boot-Modus zu installieren?
Der größte Vorteil ist die native Android-Performance. Keine ruckelnden Emulatoren oder seltsamen Bugs – Android-Apps und -Spiele laufen direkt, mit dem Vorteil einer vollwertigen Desktop-Umgebung. Und falls Sie doch einmal wieder zu Windows wechseln möchten, starten Sie einfach den Computer neu und schon sind Sie wieder in Ihrer gewohnten Umgebung.
Wird das meine Windows-Konfiguration beeinträchtigen?
Wenn Sie alles sorgfältig durchführen, sollte es keine Probleme geben. Remix OS wird auf einer eigenen Partition installiert und ein Bootmenü hinzugefügt. Eine vorherige Datensicherung ist aber immer ratsam – manchmal läuft bei der Partitionierung oder dem Bootloader etwas schief.
Wie kann ich Remix OS später entfernen?
Starten Sie Windows, öffnen Sie die Datenträgerverwaltung ( diskmgmt.msc), löschen Sie die Remix OS-Partition und verwenden Sie gegebenenfalls ein Boot-Reparaturtool wie Bootrec ( Microsofts Boot-Reparaturleitfaden ) – dadurch wird der Bootloader-Eintrag bereinigt und Windows startet wieder normal.
📝 Zusammenfassung
Das Ganze mag kompliziert erscheinen, ist aber mit etwas Geduld machbar. Auch wenn Remix OS nicht mehr unterstützt wird, ist die Einrichtung eines Dual-Boot-Systems durchaus lohnend – quasi ein PC-Hack, um mehr Leistung zu erlangen. Nach ein paar Stunden und etwas Tüftelei hat man dann ein riesiges Android-System auf dem Desktop, bereit zum Ausführen von Apps. Hoffentlich hilft das jemandem, die Frustration über Emulator-Ruckler oder das Warten auf App-Updates zu vermeiden.
Zusammenfassung
- Remix OS ISO + USB Creator herunterladen.
- Erstellen Sie einen bootfähigen USB-Stick.
- Schaffen Sie Speicherplatz auf Ihrem Laufwerk mit der Datenträgerverwaltung.
- Vom USB-Stick starten und auf der neuen Partition installieren.
- Genießen Sie das Dual-Boot-Erlebnis zwischen Windows und Android.
Schlussworte
Hoffentlich erspart das dem einen oder anderen die Mühe. Es ist zwar nicht ganz einfach, aber die Vorteile, Android nativ auf dem Desktop zu haben, können sich durchaus lohnen. Viel Erfolg und hoffentlich klappt dein Dual-Boot-Abenteuer reibungslos!