Der Schnellstart ist so eine Funktion, die verspricht, die Startzeit zu verkürzen, aber in Wirklichkeit ist sie eher durchwachsen. Er soll den PC schneller aufwecken, indem er Kernel- und Treiberinformationen speichert, kann aber mehr Probleme verursachen als nutzen – zum Beispiel fehlerhafte Updates, ungewöhnliches Geräteverhalten oder sogar Schwierigkeiten beim Zugriff auf das BIOS. Wenn Ihr PC nach Updates seltsam reagiert oder Sie Hardwareprobleme beheben, kann das Deaktivieren des Schnellstarts Abhilfe schaffen. Hier erklären wir Ihnen, wie er funktioniert und wie Sie ihn deaktivieren, denn ehrlich gesagt versteckt Windows manchmal wichtige Einstellungen hinter unübersichtlichen Menüs.
Wie funktioniert Fast Startup und wann braucht man es?
Im Prinzip versucht der Schnellstart den Bootvorgang zu beschleunigen, indem er beim Herunterfahren den PC-Kernel und die Treiber in einen Ruhezustand versetzt. Anstatt alles herunterzufahren und neu zu starten, wird der PC quasi von einem gespeicherten Snapshot fortgesetzt. Für die meisten Nutzer beschleunigt das den Startvorgang – besonders bei einer herkömmlichen Festplatte, wodurch er sich fast sofort anfühlt. Wer jedoch häufig Dual-Boot-Systeme nutzt, Hardware-Änderungen vornimmt oder ungewöhnliche Geräteprobleme behebt, für den kann der Schnellstart eher hinderlich als hilfreich sein. Es ist etwas ungewöhnlich, da es nicht immer offensichtlich ist, aber das Deaktivieren des Schnellstarts behebt oft seltsame Update-Probleme oder Peripheriegeräteprobleme.
Häufige Probleme beim Schnellstart
Da beim Schnellstart kein vollständiges Herunterfahren erfolgt, können eine Reihe seltsamer Dinge passieren:
- Updates werden nicht ordnungsgemäß installiert, da Windows nicht alles vollständig schließt, sodass einige Dateien gesperrt bleiben.
- Wenn Sie ein Dual-Boot-System mit Linux oder einem anderen Betriebssystem einrichten, wird die Windows-Partition möglicherweise nicht sofort erkannt (oder umgekehrt).
- Peripheriegeräte wie Drucker und externe Laufwerke werden beim Hochfahren manchmal nicht korrekt initialisiert oder werden einfach nicht angezeigt.
- Der Versuch, während eines Neustarts ins BIOS zu gelangen, kann Glückssache sein – das Drücken der Taste funktioniert möglicherweise nicht, da Windows etwas empfindlich auf den Zeitpunkt des Herunterfahrens reagiert.
- Verschlüsselungssoftware oder bestimmte Treiber werden möglicherweise nicht ordnungsgemäß geladen, was zu seltsamen Fehlern oder dazu führt, dass Eingabeaufforderungen nicht angezeigt werden.
All das rührt daher, dass Windows nicht vollständig herunterfährt, wodurch Teile der Hardware in einem inaktiven Zustand verbleiben und der Neustart beeinträchtigt wird. Außerdem können viele Anwendungen Fehler verursachen, weil Windows seinen Speicherzustand nicht aktualisiert.
So deaktivieren Sie den Schnellstart
Wenn Sie auf solche Probleme stoßen oder einfach nur testen möchten, ob sich dadurch zufällige Fehler beheben lassen, ist das Deaktivieren des Schnellstarts ratsam. Da diese Option in einigen Menüs versteckt ist, müssen Sie etwas suchen. Hier sind die zwei wichtigsten Wege:
Verwenden Sie die Systemsteuerung
Das ist zwar etwas altmodisch, funktioniert aber immer noch.Über die Systemsteuerung lassen sich einige detaillierte Energieoptionen anpassen, darunter auch der Schnellstart.
- Öffnen Sie die Systemsteuerung, indem Sie im Startmenü oder in der Suchleiste danach suchen.
- Sobald das Fenster geöffnet ist, stellen Sie sicher, dass die Ansicht oben rechts für eine einfachere Navigation auf „Große Symbole“ oder „Kleine Symbole“ eingestellt ist. Klicken Sie anschließend auf „Energieoptionen“.
- Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf „ Auswählen, was die Netzschalter bewirken“.
- Wählen Sie anschließend „ Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar“. Möglicherweise benötigen Sie hierfür Administratorrechte – Windows wird Sie dazu auffordern.
- Suchen Sie das Kontrollkästchen mit der Aufschrift „ Schnellstart aktivieren (empfohlen)“ und deaktivieren Sie es. Klicken Sie auf „Änderungen speichern“.
Anschließend fährt Ihr PC vollständig herunter, wodurch einige ungewöhnliche Hardware- oder Update-Probleme behoben werden können. Bei manchen Systemen löst diese kleine Änderung allein schon erstaunlich viele Fehler.
Verwenden Sie die Eingabeaufforderung.
Wenn Sie lieber mit Befehlen arbeiten oder einfach eine schnelle Lösung bevorzugen, deaktiviert diese Methode die zugrundeliegende Ruhezustandsdatei, von der der Schnellstart abhängt. Es ist zwar etwas umständlicher, funktioniert aber.
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator. Dies können Sie tun, indem Sie nach cmd suchen, mit der rechten Maustaste klicken und „ Als Administrator ausführen“ auswählen.
- Geben Sie den Befehl ein
powercfg /h offund drücken Sie die Eingabetaste. - Dadurch wird die Ruhezustandsdatei deaktiviert, wodurch die Schnellstartfunktion nicht mehr funktioniert. Ein schneller Neustart wird nun zu einem vollständigen Neustart, wodurch sichergestellt wird, dass alle Treiber und Updates neu geladen werden.
Hinweis: Falls Sie es jemals wieder einschalten möchten, führen Sie einfach den Befehl aus powercfg /h on. Möglicherweise bemerken Sie, dass die Option „Schnellstart“ im Menü „Energieoptionen“ wieder angezeigt wird, wenn Sie dies überprüfen.
Manche behaupten, diese Methode sei zuverlässiger, falls die GUI-Methode nicht funktioniert. Bei einem Testlauf schlug sie jedoch zunächst fehl, wurde aber nach einem Neustart übernommen. Windows kann bei solchen Einstellungen manchmal etwas eigenwillig sein.